Programm

Toshio Hosokawa (*1955): 想起 - Sōki - Reminiscence (2002), Marimba

Aus dem tiefen Grollen des Marimbaphons branden Klänge wie Wellen des Meeres hervor und ziehen sich wieder zurück. Ein Klangempfinden, das der Komponist aus seinem tiefsten Inneren hiermit hörbar zum Ausdruck bringt. 

Szymon Brzóska (*1981): The Wanderer (2007), Cello solo

„The Wanderer“ erzählt die Geschichte eines Reisenden, der nicht nur durch die Welt zieht, sondern auch eine innere Reise durch wechselnde emotionale Zustände erlebt. Alles ist im Fluss, nichts bleibt konstant. Am Ende kehrt der Wanderer zum Ausgangspunkt seiner inneren Reise zurück, doch die Person, die er sieht, blickt ihn mit neuen Augen an.

John Cage (1912-1992):  龍安寺 - Ryoanji (1983-1985), Marimba und Cello

In 1962 besucht John Cage den buddhistischen Tempel »Ryōan-ji« in Kyoto. Der Garten des Tempels - 15 Steine auf moosbewachsenen Inseln in einem rechteckigen Feld aus kunstvoll geharktem Kies - inspiriert Cage neben verschiedenen Zeichnungen zu einer Reihe von Kompositionen, die alle den Titel »Ryoanji« tragen. Seine Komposition „Where R = Ryoanji“ bringt die zen-buddhistische Haltung des ständigen Wandels durch Improvisation und Zufallstechniken in seiner Musik zum Ausdruck.

Erik V. Sköld (1991): Clairvoyance (2019), Cello und Tam Tams

„Clairvoyance“ beschreibt in minimalistischer Sprache einen Zustand der Loslösung von Zeit und Raum, wie er beim Hellsehen erlebt wird. Jede Vision ist verwoben und flüchtig, jeder Augenblick ein flackernder Eindruck.

Szymon Brzóska: Anger, Denial, Bargaining, 3 Stücke aus 7 Stages of Grief (2024), Cello und Marimba

„7 Etappen der Trauer“ ist ein Zyklus für Violoncello und Harmonium, komponiert und uraufgeführt 2024 in Brüssel. Das Werk beschreibt außergewöhnliche emotionale Zustände des Trauerprozesses: Schock, Verleugnung, Isolation, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz. Drei Teile des Zyklus wurden speziell für Violoncello und Marimba arrangiert.

Kaoru Wada (*1962): 巫 - Kannagi (2021), Cello und ō-daiko

Der Ursprung des Titels „Kannagi“ drückt die Verbindung des Jenseits mit dem irdischen Dasein aus. Das Stück besteht aus insgesamt vier miteinander verbundenen Teilen: Jyo („Prolog“), Kyo („Gebet“), Ran („Chaos“) und Mai („Tanz“), welche der Struktur des traditionellen japanischen „Noh-Lieds“ folgen. Trommel und Cello feiern im musikalischen Dialog die Ankunft der Heiligen auf der Erde.

1. Shogyō Mujō - Konzert

Alles ist vergänglich

Am 24. Mai, dem Pfingstsonntag, konzertieren Sakiko Idei (Schlagwerk und Marimba) und Maria Kulovska (Cello) in einer  Matinee im Contemporaneum. Mit Ihrem Programm greifen Sie die Thematik der Ausstellung auf und gestalten ein „Gesamtkunstwerk“, das aus musikalischen und bildnerischen Elementen entsteht.

Einlass 10:30 h, Beginn 11:00 h, Eintritt 20 €
Wegen der beschränkten Anzahl von Plätzen bitte reservieren unter
contemporanea@hkreeh.de oder klangkunst.trier@hkreeh.de

Sakiko Idei wurde in Okayama (Japan) geboren. Sie studierte Pädagogik an der Shimane University und absolvierte ein Masterstudium im Fach Schlagzeug an der Kyoto City University of Arts und an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe. Sie musiziert als Solistin, sowie in zahlreichen Orchestern und Ensembles unter anderem in Deutschland, Japan,Luxemburg, Schweden und in der Schweiz. Sakiko Idei ist Lehrbeauftragte für Schlagwerk an der Karl-Berg Musikschule der Stadt Trier und Mitglied des „FourSchlag Ensembles“,des „SaRu-Percussion Duos“ und des „Japode-Trios“.

Maria Kulowska wurde in eine musikalische Familie in Danzig (Polen) geboren und erhielt ihren ersten Musikunterricht im Alter von 7 Jahren. Ihr Studium schloss sie mit Auszeichnung in Warschau sowie an der Musikhochschule Lübeck ab. Sie ist Preisträgerin und Stipendiatin des DAAD, des Schleswig-Holstein Musik Festivals, der Hindemith Stiftung sowie des Lucerne Festivals. Als Orchestermusikerin arbeitete sie mit zahlreichen Orchestern zusammen und musizierte unter der Leitung von Pierre Boulez, Charles Dutoit und Sir Neville Marriner. Sie war auch als Orchester-Coach beim jährlichen Southampton Strings Festival in New York tätig. Seit 2013 ist sie Mitglied des Orchestre de Chambre du Luxembourg und unterrichtet Cello an der École de Musique du Canton de Redange in Luxemburg. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit liegt auf der Neuen Musik: Sie realisiert eigene elektronische Projekte mit elektrischem Cello und Loops und ist Mitglied der Ensembles Japode Trio und Duo Futura.