Programm

Kengyo Yatsuhashi (1614–1685): Rokudan no Shirabe 六段の調
Yatsuhashi Kengyō gilt seit dem 18. Jahrhundert als der Vater der Koto-Musik. Seine Komposition Rukudan no Shirabe besteht, wie der Titel sagt, aus sechs Abschnitten. Jeder Abschnitt hat die gleiche Anzahl von Takten und folgt der Jo-Ha-Kyū-Form, deren Struktur mit den Lebensphasen verglichen wird.

Junichi Miyagi (*...... ): Hoshi Otsu Shūfū Gojōgen (2001)
Hoshi Otsu Shūfū Gojōgen (Sterne fallen im Herbstwind über die Wuzhang-Ebene) ist ein Gedicht aus der Bansuis Gedichtsammlung „Tenchi Yūjō“, die 1899 (Meiji 32) veröffentlicht wurde. Es schildert das Leben des unvergleichlichen Helden Zhuge Liang Kongming. Der allgemeine Ton, der es durchzieht, ist der der Vergänglichkeit. Es ist ein Gedicht, das besonders hoch geschätzt wird und deshalb auch vertont wurde, so von Junichi Miyagi in 2001.

Tadao Sawai (1938 1997): Die wieder erwachten fünf Lieder -  甦える五つの歌 - yomigaeru itsutsu no uta (1978)
Dieses Werk besteht aus fünf Gedichten, die der Sohn des Komponisten in seiner Kindheit niedergeschrieben hat. Beim Lesen der Gedichte erinnert sich Sawai lebhaft an seine Kindheit und die Gefühle, die er damals empfand, sowohl seelisch als auch körperlich.

Tadao Sawai (1938 1997): Hana ni Naru „Volle Blüte“ (1988) 
Die 17-saitige Bass-Koto wurde 1921 entwickelt und ist ein neues Instrument in der Geschichte der Koto. Obwohl es sich um ein traditionelles Musikinstrument handelt, entwickelt es sich ständig weiter, da neue Empfindsamkeiten innerhalb seiner Konventionen aufkeimen. In diesem Stück strotzt der Klang des 17-saitigen Basses vor Träumen und Vitalität, wie eine Blume in voller Blüte.

 

Klänge der Vergänglichkeit:
Traditionelle und zeitgenössische Koto-Musik

Am 30. Mai konzertiert Naoko Kikuchi (Koto und Basskoto) um 19 Uhr im Contemporaneum. Mit Ihrem Programm greift auch sie die Thematik der Ausstellung auf und gestalten ein „Gesamtkunstwerk“, das aus musikalischen und bildnerischen Elementen entsteht und zudem auch literarische Bezüge hat.

Einlass 18:30 h, Beginn 19:00 h, Eintritt 20 €
Wegen der beschränkten Anzahl von Plätzen bitte reservieren unter
contemporanea@hkreeh.de oder klangkunst.trier@hkreeh.de

Naoko Kikuchi wurde in Sendai, Japan, geboren. Als Kind studierte sie bei ihrer Großmutter und Mutter. Ab 1989 nahm sie Unterricht bei Tadao Sawai und Kazue Sawai. Außerdem nahm sie traditionellen Shamisen- und Gesangsunterricht bei Nobuko Yokota. Während ihres Studiums an der Sophia University in Tokio nahm sie an der Welttournee des Sawai Kazue Koto Ensembles teil. 2007 kam Naoko Kikuchi aufgrund eines Stipendium des "Overseas Study Program for Artists" der japanischen Regierung nach Frankfurt. Dabei wurde sie Mitglied der IEMA (International Ensemble Modern Academie).

Naoko Kikuchis verfügt heute über ein großes Repertoire, das nicht nur aus klassischer Koto-Musik, sondern auch klassischer Kammermusik, moderner und zeitgenössischer Musik sowie Improvisation besteht. Zudem arbeitet sie eng mit Künstlern aus anderen Bereichen (Tanz, Theater und Kunst) zusammen. Aktuell tritt sie regelmäßig bei Konzerten in Europa und weltweit verschiedenen Ländern auf. In Frankfurt unterrichtete sie die japanischen Instrumente Shamisen und Koto als Solisten. Sie ist Mitglied des AsianArt Ensemble (Belin), des Eric Schaefer Jazz-Quartett „Kyoto mon Amor. und Trickster Orchestra.